The old woman's place

Spätsommer 2018

Im Spätsommer unternahmen wir eine beeindruckend unergiebige Tour: wir waren gefühlt ewig unterwegs, durch die Ardennen und zurück und verfuhren endlos viele Kilometer. Dabei machten wir nicht ein einziges Foto – die Locations zugenagelt, abgerissen oder in Renovierung.

Mehr zufällig entdeckten wir dann „Das Haus der alten Dame“, eine Location, die in ihrer näheren Umgebung kein Geheimnis sein dürfte: die Räume waren vollständig (und vermutlich mehrfach) durchwühlt worden, so dass Aufnahmen davon sich als völlig uninteressant erwiesen.

Und dann „das Skelett“: der uniformierte Reiter hing in jenem schlecht beleuchteten Raum, der wohl einmal das Esszimmer gewesen war, an der Wand – und ich fiel mehrfach auf ihn herein, weil ich ihn auf den ersten Blick für ein absurdes Skelett hielt. Es war nur die Feuchtigkeit, die der alten Fotografie arg zugesetzt hatte, doch die Illusion war perfekt.

Das gab mir die Gelegenheit, mich an Details zu versuchen, und lustigerweise sind ausgerechnet hier – in dieser verramschten Location, bei dieser anstrengenden Tour und mit latent schlechter Laune – einige meiner Lieblingsaufnahmen entstanden.

Manchmal soll es wohl einfach so sein.

 

Soundtrack: „Lamentation for a lost life“ · Max Richter · Taboo

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